Shutdown, das klingt nach „Contagion-Szenario“, „no way out“ und „Stunde null“. Anfangs hat sich das für einige sicher so angefühlt, für manche tut es das weiterhin. Die vielen #StayHome-Sticker bei Instagram, die Streamingvideos bei Facebook und Petitionen für das bedingungslose Grundeinkommen (jetzt, bitte, sofort!) sind mittlerweile genauso Normalität geworden wie die zahlreichen Ticker, Push-Nachrichten, das Virus selbst und seine globale Herrschaft, die Überforderung, der drohende Kollaps und die fast täglichen Pressekonferenzen, entweder aus dem Bundestag oder dem Robert Koch-Institut in Berlin. 

Mittlerweile haben verschiedene Lockerungen dazu beigetragen, dass ein wenig Normalität zurückkehrt – die jedoch nicht zu Übermut und der Missachtung der Maßnahmen führen sollten.  

Nur, irgendwie müssen die Tage weiter größtenteils zu Hause verbracht werden. Wem das Bauchschmerzen bereitet, dem darf ich sagen: Krise ist auch Chance. Chance für einen Umbruch. Die Chance, aus dem Hamsterrad auszusteigen, die Zäsur anzunehmen und uns körperlich und geistig weiterhin fit zu halten.

Ich habe mir also die Frage gestellt: Wie kann ich in der Krise fit bleiben? Wie schaffe ich es, nicht unter dem Druck einzuknicken, sondern Kräfte zu entwickeln? 

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Einfach mal anziehen…

Ein Punkt, und da erzähle ich Homeoffice-Erprobten und Selbständigen nichts wirklich neues: Anziehen. So banal es klingt, es hilft! Was sich dahinter verbirgt, ist schlicht und ergreifend das sogenannte Embodiment, also die Auffassung, dass Körper und Geist (in diesem Falle Körpergefühl und Geist) Hand in Hand gehen. Gerade in dieser Zeit, in der es ziemlich leicht wäre, sich sieben Tage nicht zu duschen, vorm Rechner zu hängen und Better Call Saul zu schauen, ist es wichtig, aufzustehen und sich (gut) anzuziehen. Mir und vielen anderen hilft das. 

Altlasten abbauen, sei es die Steuer oder Zoff mit alten Bekannten…

Sich um seine Steuer zu kümmern, das mag wirklich niemand. Doch jetzt ist wirklich die beste Zeit, das aus dem Weg zu räumen. Was gibt es noch, was fällt Ihnen zu „Altlast“ ein? Bearbeiten Sie es!

Zu Altlasten kann übrigens auch gehören, den Zoff von vor fünf Jahren auszubügeln. War ich blöd, waren die anderen blöd? Jetzt ist die Zeit zu reflektieren. Vielleicht ist genau jetzt sogar die Zeit, einen WhatsApp-Hang-Out-Meet-Jitsi-Facetime-Call bei jemandem zu tätigen, bei dem man sich aus diversen Gründen schon lange nicht mehr getraut hat zu melden. Das kann sehr befreiend und wohltuend während der momentanen Zwangspause sein.

10.000 Schritte gehen – pro Tag, nicht pro Woche 😉

Zumindest kann man es sich vornehmen, alleine oder zu zweit, lange spazieren zu gehen. Raus aus der muffeligen Wohnung, eine Kamera oder das Smartphone mitnehmen, Musik oder Podcasts hören oder Geräusche bewusst(er)wahrnehmen, einfach mal alles anders machen. Nicht nur Netflix oder Amazon Prime bieten wohlige Ablenkung, auch Hörbücher, Hörspiele oder Interviews machen lange Spaziergänge neben einer Spazierbegleitung zu einem noch größeren Genuss. Bewegung und Sport sind eben immer gut, besonders in Krisen. Aber! Es gilt weiterhin: Bitte die Abstandsregeln (von 2 Metern) einhalten! 

Einen Tag in der Woche besonders machen…

Jeder Tag ist gleich? Abhilfe können nur wir selbst schaffen! Je nach individueller Wochenplanung ist zum Beispiel der Sonntag dafür geeignet. Wie wäre es mit einem schönen, besonderen, frischen Essen, mit dem wir Genuss und Freude verbinden? Wie wäre es mit einer leckeren selbstgemachten Gazpacho? Einer vegetarischen Bolognese-Variation mit Zucchini- oder Linsen-Nudeln? Einem frischen großen Obstsalat? Und dazu einem alkoholfreien Cocktail? Nehmen Sie sich die Zeit zur Vorbereitung. Schauen Sie nach Rezepten, richten Sie den Tisch her, dekorieren Sie um, machen Sie eine Wanderung und bereiten das Essen zum „Einkehren“ im heimischen Wohnzimmer statt einer Gaststube vor… 

Viel Erfolg!